Am 14.02.2011 traf sich die Landesleitung des dbb brandenburg unter Leitung des Landesvorsitzenden Heinz-Egon Müller mit dem Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF), Herrn Prof. Dr. Wolfgang Schroeder. Weitere Gesprächsteilnehmer waren die stellv. dbb-Landesvorsitzenden Hans-Holger Büchler und Gerhard Stuchlick.
v.l.n.r. Hans-Holger Büchler, Heinz-Egon Müller, Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Gerhard Stuchlick.
Zu Beginn berichtete Staatssekretär Schroeder von den Veränderungen der Aufgabenbereiche im Ministerium innerhalb der letzten Jahre. Ursache seien die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Bevölkerung Brandenburgs, wie zum Beispiel der Rückgang des Erwerbspotentials (15-65 Jahre) um ein Drittel.
Nach einer kurzen Vorstellung des dbb brandenburg ging Landesvorsitzender Müller auf die konkreten Anliegen des Besuchs ein. So beansprucht der dbb brandenburg eine Mitgliedschaft im Landesausschuss für Berufsbildung (LAB). Der dbb habe mit drei Fachverbänden, die Lehrer an Wirtschafts- und Berufsschulen organisieren, die nötige Sachkompetenz für eine Mitarbeit. Staatssekretär Schroeder erklärte sich bereit, eine Einbeziehung des dbb im LAB zu prüfen. Er bat jedoch vorab um eine Übersicht zu den Inhalten und Schwerpunkten der Arbeit der drei entsprechenden Verbände.
Konkret nach der Einschätzung der Ausbildungssituation befragt, antwortete Müller, dass ein Hauptproblem die Diskrepanz zwischen der Ausbildung der Lehrlinge und dem Anspruch der Wirtschaft sei. Die Qualität der Ausbildung der Lehrlinge müsse verbessert werden. Herr Stuchlick ergänzte, dass beim Zentralen IT-Dienstleister des Landes Brandenburg (ZIT) keine Ausbildung mehr erfolgt, so dass aufgrund der Konkurrenzsituation auf dem freien Markt ein zukünftiger Mangel an IT-Fachkräften für den öffentlichen Dienst zu erwarten ist.
Im weiteren Gesprächsverlauf gingen beide Seiten noch einmal auf die von Staatssekretär Schroeder im Vorfeld bereits zugesicherte Einbeziehung des dbb im Landesbehindertenbeirat ein. Herr Stuchlick verwies auf die Bedeutung der Mitarbeit von Gewerkschaften im Landesbehindertenbeirat. Von den 12 Prozent Behinderten im Land Brandenburg seien viele im öffentlichen Dienst beschäftigt. Deren Interessen könnten so besser vertreten werden.
Ein weiteres Thema war die Auflösung der LASA. Diese sei, so Schroeder, aufgrund des operativen Programms der EU im Modernisierungsvorhaben der Landesregierung verankert worden.
Zum Abschluss des Gesprächs informierte Herr Stuchlick über den Plan der Bundesregierung, die beim „ELENA-Verfahren“ aufgebauten Strukturen für das neue Projekt BEA (Bescheinigungen elektronisch annehmen) zu nutzen. Er bat darum dem Arbeitnehmerdatenschutzes im Interesse der Beschäftigten größere Aufmerksamkeit zu widmen.
Abschließend vereinbarten beide Seiten, hinsichtlich der besprochenen Themen in regelmäßigem Kontakt zu bleiben.