Der Landesvorsitzende Heinz-Egon Müller und der stellv. Landesvorsitzende Hans-Holger Büchler haben am 5. Dezember 2011 die Gelegenheit genutzt, auf einer außerplanmäßigen Beratung der Landespressekonferenz, für den dbb brandenburg zum zur Verabschiedung stehenden Haushalt 2012 Stellung zu nehmen. In seinem Eingangsstatement wies der Landesvorsitzende darauf hin, dass das Land Brandenburg trotz höherer Steuereinnahmen wiederum, und damit als einziges der ostdeutschen Bundesländer, eine Neuverschuldung vorsehe.
Zur Begründung des Finanzministers, dass dies zu einem großen Teil auf den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst und dessen Übertragung auf den Beamtenbereich zurück zu führen sei, stellte Müller klar, dass hier verschleiert werde, dass bereits in der mittelfristigen Finanzplanung 1,7 Prozent Steigerung eingeplant worden seien und die nun erreichten 1,9 Prozent lediglich 6 bis 8 Mio. Euro ausmachten. Darüber hinaus sei damit die Schere zwischen Ost- und Westbesoldung keineswegs geschlossen worden. Hier brachte der Landesvorsitzende auch die Äußerungen des Ministerpräsidenten ins Spiel, der zwar die Wirtschaft zur Beseitigung der Lohnunterschiede zwischen Ost und West auffordere, aber nicht zum Handeln bereit sei, dort wo er selbst die Verantwortung trage.
Die Argumentation des Finanzministers ziele vielmehr darauf hin, den Druck auf die Beschäftigten zu erhöhen und weiteren Personalabbau zu begründen. Aus Sicht des dbb brandenburg seien sehr wohl Einsparpotentiale innerhalb der Verwaltung vorhanden, die aber nur vor dem Hintergrund einer fundierten Aufgabenkritik zu heben seien. Daraus habe sich das Land bekanntermaßen seit Längerem verabschiedet.
Auch die aktuell erstellte Liste weiterer Verwaltungsmodernisierungsvorhaben, sei nicht geeignet die Effizienz der Landesverwaltung zu erhöhen. Neben Maßnahmen die zu hinterfragen sind, Stichwort Zusammenarbeit mit Berlin, enthalte sie auch Maßnahmen die den Widerstand der Gewerkschaften hervorrufen werden, da sie eher kontraproduktiv sind, wie sie unter den Stichworten Landesschulämter und Landesjugendamt dargestellt werden.
Auf die provokante Nachfrage, ob die Forderung der Gewerkschaften zum Haushalt 2012 laute: "mehr Geld für die Leute", stellte der Landesvorsitzende klar, dass zwar finanzielle Mittel erforderlich seien um durch angemessene Besoldung den öffentlichen Dienst des Landes attraktiv zu machen, gleichermaßen käme es aber darauf an, auch in Qualifizierung und in die Systeme wie z. B. die Bildung aber auch technische Ausstattung zu investieren. Beides müsse Hand in Hand gehen, um als Verwaltung zukunftsfähig zu sein.