dbb-Lehrergewerkschaften in Gesprächen mit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur und der Bildungsministerin

Am 13. bzw. 16. September 2011 trafen sich die Lehrergewerkschaften des dbb brandenburg mit den Ministerinnen zu Gesprächen über die aktuellen Fragen im Lehrerbereich.

Im Dialog mit der Wissenschaftsministerin Frau Prof. Dr. Dr. Sabine Kunst wurde als Hauptpunkt die zukünftige Lehreraus- und -weiterbildung in Brandenburg besprochen. Nach Auskunft der Ministerin sei derzeit eine Grundkonzeption zur Lehrerausbildung in Zusammenarbeit von MWFK und MBJS mit der Uni Potsdam in Arbeit. So ist z. B. die Feststellung einer beruflichen Eignung für künftige Lehramtsstudenten angedacht. So ein sog. „Selfassessment“ sei dann zwar für alle Pflicht, eine Zulassung davon aber nicht abhängig.

GespächGespäch

Weiterhin soll eine Neustrukturierung der Lehrämter erfolgen. Bisher wurden Primarstufe und Sek. I zusammengefasst. Nun soll eine Ausbildung für Primarstufe in Verbindung mit Inklusionspädagogik erfolgen und die Sek. I und Sek. II in der Ausbildung gekoppelt werden. Weiterhin wird es ein Lehramt für berufl. Schulen geben, das besonders für Quereinsteiger interessant ist.

Ein Lehramt für Förderpädagogik soll über den Bereich Weiterbildung abgedeckt werden. Der Masterabschluss ist der Regelabschluss und alle Lehrerstudiengänge schließen mit 300 LP ab. Der Bereich Fachdidaktik soll auf 10 bis 20 der Gesamtausbildungszeit aufgestockt werden. Durch zwei Schulpraktika soll der Einblick in die Praxis ausgeweitet werden. Eine weitere Neuerung ist die vorgesehene Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf 15 Monate.

Bei der Fülle der neuen Studieninhalte ist es notwendig in anderen ebenso wichtigen Bereichen zu streichen, da sich die Gesamtausbildungszeit nicht verlängert. Dazu konnten aber keine konkreten Angaben gemacht werden.

Im Hinblick auf das eines der großen Ziele der Landesregierung für die kommenden Jahre „Inklusionspädagogik für alle“, wurde der Stand der konzeptionellen Vorbereitung auch beim Termin mit der Bildungsministerin Frau Dr. Münch besprochen. Weitere Schwerpunkte waren das Schulressourcenkonzept und das Personalkonzept.

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Angesichts des Abgeordnetenbeschlusses mehr Geld in die Bildung zu investieren, zeigte sich Ministerin Münch optimistisch, dass nicht nur Ersatz (2000 VZE) für die ausscheidenden Lehrer sondern auch neue Lehrerstellen geschaffen werden. Kritische Betrachtungen gab es zu der Tatsache, dass in den Kommunen verstärkt Rückzieher im Bereich Schulsozialarbeit gemacht werden. Inklusion und Ganztagsschulen können aber nur durch die Kooperation mit entsprechenden pädagogischen Fachkräften erfolgen.

Abschließend wurde über die Perspektive der staatlichen Schulämter informiert. Man sei dabei Aufgaben und Verfahren zu vereinheitlichen, um so annähernd gleiche Bedingungen für die Schulen zu schaffen. Erforderlich sei dazu die Konzentration bestimmter Aufgaben mit dem Ziel, eine funktionierende Aufsicht zu erhalten. Eine Entscheidung über eine Neustrukturierung der Schulämter sei noch nicht gefallen, werde aber noch in diesem Jahr bekannt gegeben, bestätigte abschließend die Ministerin Frau Dr. Münch.