Als Reaktion auf die Klage von Arbeitsminister Baaske über Fachkräftemangel in Brandenburg und niedrige Löhne als Standortnachteil stellt der Landesvorsitzende des dbb brandenburg, Heinz-Egon Müller, fest, dass diese Situation auch auf den öffentlichen Dienst Brandenburgs zutreffe. Es reiche nicht aus die Situation in der Wirtschaft zu beklagen, sondern es müsse gehandelt werden. Mindestens in den Bereichen, wo die Landesregierung unmittelbar das Heft des Handelns in der Hand hat, nämlich im öffentlichen Dienst des Landes.
Als Mitglied der Landesregierung sei Minister Baaske auch dafür verantwortlich, dass die politischen Ziele des Landes Brandenburg, beispielsweise die Sicherstellung einer guten Bildung, nicht durch eine Niedriglohnpolitik bei den eigenen Fachkräften, den Beamten und Beschäftigten, gefährdet werde. Brandenburg steht im Besoldungsranking an vorletzter Stelle und hat deshalb im Wettbewerb um junge Lehrer, Polizisten oder andere Fachkräfte z. B. für den IT-Bereich oder Dozenten für die Ausbildung von Nachwuchskräften eine schlechte Ausgangsposition. Warum sollte z.B. ein Junglehrer, der angesichts der bundesweit negativen demografischen Entwicklung von allen Bundesländern umworben wird, ausgerechnet den Weg nach Brandenburg suchen, so Müller weiter.
Darüber hinaus sei die Minister Baaske ergänzende Forderung des Präsidenten der IHK Ostbrandenburg, Dr. Ulrich Müller, nach attraktiven Wohnungen und Freizeitangeboten in der Fläche zwar richtig, werde allerdings das Problem nicht lösen, wenn sich der öffentliche Dienst als Standortfaktor gleichzeitig zunehmend aus der Fläche verabschiede.
Der dbb brandenburg fordert daher bestehende Strukturen der öffentlichen Verwaltung in Brandenburg nicht weiter zu zerschlagen und den Beschäftigten und Beamten attraktive Arbeits- und Vergütungs- sowie Besoldungsbedingungen zu gewähren die dem bundesweiten Wettbewerb standhalten, statt, wie unlängst geschehen, über „Buschzulagen“ zu philosophieren.